Stolpersteine
„Was sind Stolpersteine?“
Zuerst richtet sich der Dank an Frau Liebau und Herrn Kühn vom Archiv zur Geschichte von Tempelhof und Schöneberg. Sie haben durch ihre Vorbereitung und Begleitung des – auch für sie neuartigen – Workshops den Erfolg der Veranstaltung ermöglicht.
Am Workshop „Was sind Stolpersteine?“ nahmen 17 Schüler aus den Klassenstufen 7 bis 9 teil. Das Vorwissen zur Fragestellung war bei allen Teilnehmern auf einem ähnlichen Niveau. Jeder kam auf irgendeine aber unterschiedliche Weise mit Stolpersteinen schon einmal in Berührung. Dementsprechend waren sowohl die Schüler als auch der Lehrer daran interessiert, Stolpersteinen in der Schulumgebung „auf die Spur“ zu kommen.
Zur inhaltlichen Einstimmung traf sich die Workshopgruppe um 08:15 Uhr im Computerraum der Schule. Dort recherchierten die Schüler zunächst einige Basics im Internet. Geklärt wurden bspw. Fragen wie: „Für wen werden Stolpersteine gesetzt?“ oder „Wer ist der Initiator des Stolpersteinprojektes?“, „Wo kann man Stolpersteine finden?“, „Was kostet ein Stolperstein?“, „Wann wurde der letzte Stolperstein in Berlin gesetzt?“ usw.

Um 09:30 Uhr traf die Gruppe Herrn Kühn vom Archiv zur Geschichte von Tempelhof und Schöneberg im Foyer der Schule. Von dort aus verfolgte die Gruppe nun tatsächlich die Spur von vier Stolpersteinen in der Kolonnen-, Vorwerk- und Hauptstraße. Die Schüler wagten erste Interpretationsversuche zu den Informationen der einzelnen Steine.
Gegen 10:15 Uhr kam die Gruppe im Archiv in der Hauptstraße an und traf auf Frau Liebau. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde legten die Schüler auch schon los. Sie recherchierten in Gruppen – quasi als junge Geschichtsforscher – Informationen zu den Schicksalen der vier Menschen, an die heute „nur noch“ ein etwa 15 x 15 cm großer, vergoldeter Pflasterstein erinnert. Frau Liebau und Herr Kühn hatten für die jungen Forscher Materialien vorbereitet, mittels derer die Schüler Informationen über das Leben der Opfer des NS-Regimes herausfinden konnten. Sie stellten sogar einen Originalstein zum Anfassen zur Verfügung.
Aber was heißt „nur noch … erinnert“? Die Schüler konnten feststellen, dass sich hinter einem einzelnen Stein ein tragisches Schicksal verbirgt. Jeder Stein erzählt heute eine Geschichte von Menschen. Und diese von den Nationalsozialisten ermordeten oder in den Tod getriebenen Menschen waren ganz normale Menschen. Sie waren anders, von der NS-Ideologie verschieden, lehnten diese ab und hatten und vertraten eine eigene Meinung, aber im Grunde waren sie Menschen mit einer Familie, einem Beruf und Freunden… ganz normale Menschen eben.
Die Schüler haben auch festgestellt, dass es gut ist, dass es dieses Stolpersteinprojekt gibt. Ein Projekt wider das Vergessen, der Mahnung und der Erinnerung.
Marco Winter, Lehrkraft
Projektorganisation: Robert Blum Gymnasium, Archiv zur Geschichte von Tempelhof und Schöneberg



![[Girls, Education, Technologie]](http://www.robert-blum-schule.de/wp-content/uploads/images/GetIT.jpg)

Hinterlasse einen Kommentar
(Anonyme Kommentare werden nicht zugelassen)